Dr. Frank Quilitzsch

In China 2015
In China 2015

 

Autor und Journalist. Lebt in Erfurt. Vorstandsmitglied im Verband deutscher Schriftsteller Thüringen (VS). Mitglied des Thüringer Literatur Quintetts (TLQ).


Geboren 1957 in Halle (Saale) als Sohn eines Akademikers und Diplomaten, wuchs zeitweilig in Sachsen-Anhalt bei den Großeltern im heutigen „Buchdorf“ Mühlbeck auf. Besuchte die Schule in Moskau, Babelsberg und Falkensee. 1976 folgte dem Abitur der Grundwehrdienst in der Nationalen Volksarmee. Studierte von 1978-1983 Germanistik an der Universität Jena, promovierte 1985 über Anna Seghers“. War 1987-1989 als Deutschlektor an der Damaskus-Universität in Syrien und 1989/90 als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Nanjing-Universität in China tätig. Arbeitet seit 1991 als Kulturredakteur bei der Thüringischen Landeszeitung, seit 2016 in der Funke Medien Gruppe, wo er Rezensionen, Interviews, Kolumnen und Reportagen verfasst, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde.

 

Veröffentlichte schon als Oberschüler wissenschaftlich-phantastische Kurzgeschichten in DDR-Zeitschriften. Literarisches Debüt 1971 mit der Erzählung „Der Marssturm“, war jüngster Autor des Verlags Neues Leben Berlin. Als erste Buchveröffentlichung folgte 1987 der Prosaband „Holunder aus dem Dach“, in dem die Chronik des Dorfes der Großeltern verarbeitet wird, das einem Braunkohletagebau weichen sollte. Kalendergeschichten, Porträts und Reiseerzählungen für Anthologien sowie zahlreiche Reportagen und Feuilletons für die „Wochenpost“, Berliner Zeitung und andere überregionale Medien. Führte zwischen 1992 und 1997 Gespräche mit Schriftstellern, Liedermachern, Regisseuren und Rocksängern, die in den Band „Wie im Westen so auf Erden“ Eingang fanden.


Ende 1997 begleitete er seinen vietnamesischen Freund Nguyen Van Huong nach Hanoi und Nha Trang, wo er mehrere Wochen in dessen durch den Krieg geteilter Großfamilie lebte. Daraus entstand der erste Band einer Familien-Reportage, die parallel zu den Reisen ins heutige V
ietnam auch die Erfahrungen Huongs in der DDR bzw. während der Wende erzählt. Seither zahlreiche weitere Vietnamreisen, mit denen das Langzeit-Projekt fortgeführt wird.

 

Die Aufbau-Verlagsgruppe veröffentlichte zwei inzwischen Kult gewordene Kurzprosabände, in denen heitere Geschichten über Alltagsgegenstände erzählt werden, die vom Verschwinden bedroht sind. Daraus entstand das Hörbuch "Dinge, die wir vermissen werden", eingelesen von Iris Berben und Thomas Thieme.

 

2015 Rückkehr nach China, um nach 25 Jahren mit einer ehemaligen Studentin noch einmal das Land zu bereisen. Im Buch "Auf der Suche nach Wang Wei" wird nicht nur der enorme Zeitsprung erlebbar, sondern auch auf die Jahre der "Kulturrevolution" zurückgeblickt.

 

Als Theaterkritiker seit 2001 im Dauergespräch mit Thomas Thieme, Deutschlands Schauspieler des Jahres 2000, über Faust, Fußball, Gott und die Welt. 100 dieser Zeitungsinterviews erschienen 2008 als Buch, „Ich Faust: Thomas Thieme“, das im deutschsprachigen Theaterraum für Furore sorgt. 2018 folgte der zweite Band, „Thomas Thieme: Ich Hoeneß Kohl“, unter Mitwirkung der Fußball-Legende Günter Netzer.